wir beobachten mit goßer Sorge, dass zentrale familien-, migrations- und bildungspolitische Themen, für die sich unser Verband seit Langem engagiert, in der aktuellen politischen Diskussion kaum eine Rolle spielen. Dabei prägen sie wesentlich, wie unsere Familien in Deutschland leben, zusammenfinden und teilhaben können.
Der partnerschaftliche Familiennachzug wird derzeit politisch nicht behandelt, obwohl er eine Voraussetzung dafür ist, dass Paare und Familien ihr gemeinsames Leben in Deutschland gestalten können. Eine faire und gleichberechtigte Regelung bleibt dringend notwendig. Der Familiennachzug für subsidiär Geschützte ist ausgesetzt und die Härtefallregelung hat bisher gerade einmal zwei Visa ermöglicht (MiGaZin), obwohl er entscheidend ist für emotionale Stabilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Familien gehören zusammen – unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus.
Der Zugang zu Integrationskursen wird eingeschränkt bei gleichzeitig sich verschärfender Debatten um Migration, die ausschließlich sicherheits- und ordnungspolitisch argumentieren. Die negative öffentliche Diskussion über Migration trägt dazu bei, spaltende Narrative zu verstärken, statt das Miteinander zu fördern. Eine konstruktive Migrationsdebatte muss immer auch Familien in den Blick nehmen, die hier leben oder zusammengeführt werden wollen. In diesem Kontext ist ist auch die aktuelle Debatte um vermeintlich missbräuchliche Vaterschaftsanerkennungen zu sehen. Das geplante Gesetz ist unnötig und stellt ganze Gruppen von Eltern und Kindern unter Generalverdacht. Es dürfte schwer werden, dieses Gesetz noch abzuwenden, was auch die Debatte im Rechtsausschuss zeigt.
Auf der Ebene der Europäischen Union mussten wir den Schulterschluss der extremen Rechten mit der sich bisher in der Mitte verortenden EVP-Fraktion erleben. Gemeinsam konnten sie die neue Rückführungsverordnung durchbringen. Der Abstimmung vorangegangen waren Absprachen (WhatsApp-Chatgruppen und persönliche Treffen) von Vertretern der EVP-Fraktion mit den extremen Rechten im Europaparlament, obwohl die Unionsparteien in Deutschland und die EVP auf europäischer Ebene, mehrfach versprachen, nicht mit der extremen Rechten zusammenzuarbeiten. Ein Offener Brief von fast 200 zivilgesellschaftlichen Organisationen protestierte gegen diese Zusammenarbeit und die verheerenden Konsquenzen der neuen Verordnung.
Die dringend erforderliche Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) kommt nicht voran. Dabei wäre sie ein wichtiges Signal für Gleichstellung, Antidiskriminierung und ein respektvolles Miteinander in unserer vielfältigen Gesellschaft. Das beweisen auch die neuen Studien der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und des DeZim, die weiter unten nahgelesen werden können.
Zugleich erleben wir Umstrukturierungen bei Programmen wie Demokratie leben!, die viele Projekte gefährden. Projekte, die bislang wertvolle Arbeit für Demokratiebildung, gegen Antifeminismus, Antisemitismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit und vieles mehr leisten, die sich tagtäglich für gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen.
Wir setzen uns weiterhin mit Nachdruck dafür ein, dass unsere Themen in der Politik Gehör finden. Denn Familienpolitik ist Gesellschaftspolitik – sie betrifft uns alle.
neues aus der bundesgeschäftsstelle
save the date: familienpolitische fachtagung am 25. november 2026 in Berlin: Arbeitstitel: "Diskriminierungsstrukturen im Kontext von Gewalt gegen Frauen".
Publikation: Migrationsdebatten versus Familienrealitäten - Familienpolitische Fachtagung
Die Publikation der iaf-informationen zur Fachtagung ist jetzt erschienen. Die Fachtagung kann im Stream weiterhin angeschaut werden - für alle die nicht dabei sein konnten.
Gif Kartenset Out of the box
Publikation: Out of the Box - Kartenset für Mehrsprachigkeit
Bereits zur Beratung im Bundesrat des nach wie vor unnötigen „Gesetzes zur besseren Verhinderung missbräuchlicher Anerkennungen der Vaterschaft" reagierten wir mit einer Social Media Aktion.
aus den netzwerken
Offener Brief an CDU/CSU und EVP
In einem Offenen Brief mit fast 200 zivilgesellschaftlichen Organisationen protestierte der Verband gegen die gemeinsame Abstimmung der extremen Rechten mit der sich bisher in der Mitte verortenden EVP-Fraktion zur neuen Rückführungsverordnung auf der Ebene der Europäischen Union.
enb
Gemeinsamer Brief an EU-Parlamentarier:innen mit unseren Schwesterorganisationen des European Network for Binational/Bicultural Couples & Families.
Auch Coface hat unseren gemeinsamen Brief im Newsletter veröffentlicht und an EPAM - European NGO Platform on Asylum and Migration weitergeleitet. Außerdem soll der Brief auf die Agenda der Arbeitsgruppe zu transnationalen Familien! COFACE Families Europe ist mit über 50 Mitgliedsorganisationen in 23 europäischen Ländern ein Netzwerk, das Millionen von Familien, Freiwilligen und Fachkräften vertritt.
Abschlusskonferenz des EU Projektes Paths2Include
Der Verband nahm als einer der Stakeholder des PATHS2INCLUDE Projektes an der Abschlusskonferenz teil. Das europäische Forschungsprojekt konnte Barrieren aufzeigen, die soziale Inklusion auf den europäischen Arbeitsmärkten behindern und Möglichkeiten darlegen, diese Ungleichheiten abzubauen. Die spannenden Ergebnisse der europaweiten Forschungen finden sich auf der Webseite des Projektes.
Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in transnationalen Familien
Der Monitoringbericht 2026 zeigt das Zusammenspiel von offen und verdeckten rassistischen Einstellungen sowie die Verbreitung von direkten und indirekten Rassismuserfahrungen. Der Bericht macht sichtbar, wen sie besonders betreffen und welche Folgen sie für das Vertrauen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben. Bericht
Studie "Wie Deutschland Diskriminierung erlebt"
Diskriminierung in Deutschland ist ein Massenphänomen. Im Supermarkt, bei der Wohnungssuche, bei der Arbeit: Millionen Menschen erleben in Deutschland Diskriminierungen. Die neue Studie der Antidismriminierungsstelle des Bundes zeigt das Ausmaß - und warum sich kaum jemand wehrt.
studie an der uni potsdam: sozialisation in multiethnischen familien
Die Autor:innen der Studie suchen für ihre Umfrage Eltern, die multiethnische Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren in Deutschland großziehen. Der 2. Teil der Umfrage ist für multiethnische junge Erwachsene von 18 bis 30 Jahren, die in Deutschland aufgewachsen sind.
aus den geschäftsstellen
bremen
Online-Workshop Eine Familie – verschiedene Sprachen: Kinder mehrsprachig erziehen Dienstag, 28. April 2026 | 18 - 21 Uhr Kosten: 40 Euro pro Person / 20 Euro für Mitglieder unseres Verbandes Infos & Anmeldung
Geschäfts- und Beratungsstelle Bremen, Aßmannshauser Str. 54, Bremen-Neustadt
Die Geschäftsstelle Bremen veranstaltet regelmäßig Treffen: Sonntagsbrunch - Treffpunkt für internationale Paare und Familien | Nosotros hablamos español: grupo de familias „las tortuguitas“ | Schwarze Kids sind Heldinnen und Helden im Bilderbuch | Círculo de mujeres en Bremen que hablamos español Mehr Informationen auf der Webseite von Bremen Geschäfts- und Beratungsstelle Bremen, Aßmannshauser Str. 54, Bremen-Neustadt
leipzig
Die neue Übung "Zum Verhältnis von Rassismus und Antisemitismus" lädt dazu ein, Fragen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven zu erkunden. Im Mittelpunkt stehen nicht schnelle Urteile, sondern das gemeinsame Nachdenken, Abwägen und Verstehen von Differenzen und Verflechtungen. Die Übung eignet sich für Workshops, Seminare und Fortbildungen in der politischen Bildungsarbeit mit Erwachsenen. 15,00 € Bestellung
Black is Beautiful! Workshop & Austauschtreffen zum Thema „Rassismus, Selbstliebe & Körper- und Haarpflege für Schwarze Kinder”.
Kurs für Eltern, die sich Fragen stellen wie: Was ist für meine Kinder in der gegenwärtigen Situation wichtig? Wie kann ich auch bei hohem Stresspegel eine gute Beziehung zu meinem Kind pflegen? Wie trage ich dazu bei, dass mein Kind sich unbeschwerter entwickelt? Wie können wir als Eltern besser miteinander umgehen? Wie kann ich dabei auch noch für mich selbst sorgen? 7 Einheiten á 3 Stunden Start: 8. April 2026
Unsere Gruppen für Familien Schwarzer Kinder sind sehr aktiv. Um noch mehr Familien auf die Angebote aufmerksam zu machen, haben wir Plakate und Flyer entworfen, die geteilt und verteilt werden können. Inzwischen haben wir 10 Gruppen, in denen sich Familien treffen, austauschen und empowern können - diesen Gruppen gilt unsere neue Spendenaktion.
Spendenaktion
Die Spendenaktion gilt unseren ehrenamtlichen Gruppen für "Familien Schwarzer Kinder".
Gemeinsam Räume schaffen – für Empowerment, Austausch und Vernetzung! Unsere Elterntreffen für Familien Schwarzer Kinder sind ein Ort der Stärke, des Lernens und der Gemeinschaft. Hier kommen Familien zusammen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam Wege für eine selbstbewusste Zukunft unserer Kinder zu gestalten.
Damit diese Treffen gelingen, brauchen wir Unterstützung! Wir brauchen Spenden für Räume, Spielsachen und Kinderbücher, für Möbel und Zubehör, um eine einladende und inspirierende Umgebung zu schaffen. Jeder Beitrag – ob groß oder klein – hilft uns, sichere Räume für Empowerment und Vernetzung zu gestalten.
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Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e. V.
Bundesgeschäftsstelle
Ludolfusstraße 2 - 4 60487 Frankfurt/M.