17.10.2016

Kinderarmut: Schluss mit den Ausreden!

Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut: Bündnis um die Nationale Armutskonferenz fordert drei konkrete Schritte gegen Kinderarmut.


Jedes fünfte Kind lebt in Armut. Materielle Armut ist zentraler Risikofaktor für ein gutes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Anlässlich des Internationalen Tages für die Beseitigung der Armut (17. Oktober) fordert der Verband binationaler Familien und Partnerschaften als Teil eines Bündnis aus 40 Sozial- und Familienverbänden und Kinderschutzorganisationen um die Nationale Armutskonferenz von der Politik drei Schritte gegen Kinderarmut.

Die Ursachen und Folgen von Kinderarmut sind seit Jahren bekannt und die Nationale Armutskonferenz macht auf die Missstände und Ungerechtigkeiten seit Jahren aufmerksam. Die Politik jedoch reagiert nicht oder nur zögerlich.

„Besondere Aufmerksamkeit sollte ebenso auf die Armutsentwicklung in Familien mit Migrationsgeschichte gelegt werden“, so Stöcker-Zafari vom Verband binationaler familien und Partnerschaften, iaf e.V. „Auch ein Teil unserer binationalen Familien gehört dazu. Das Armutsrisiko von Menschen mit Migrationshintergrund liegt konstant und deutlich höher zu Menschen ohne Migrationshintergrund. Die Kluft zwischen ihnen beträgt 14 Prozent für den Zeitraum 2005 und 2014. In einem Land wie Deutschland darf es nicht sein, dass Menschen mit Migrationsgeschichte deutlich stärker von Armut betroffen sind.“ (Quelle: Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2016 des Paritätischen Gesamtverbandes).

Armut schränkt die Bildungschancen von jungen Menschen ein und hemmt die gesundheitliche Entwicklung sowie die kulturellen und sozialen Beteiligungsmöglichkeiten. Im Aufruf „Keine Ausreden mehr: Armut von Kindern und Jugendlichen endlich bekämpfen!“ formuliert das Bündnis Forderungen, die jetzt in die Programmdebatte der Parteien zur Bundestagswahl einfließen sollen. Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung der Armut fordern die Bündnispartner:

 

  1. Das Existenzminimum von Kindern muss realistisch ermittelt werden.
  2. Die Ungerechtigkeiten in der Familienförderung müssen abgebaut werden.
  3. Leistungen müssen einfacher gestaltet und leichter zugänglich sein.  

Der Aufruf mit allen Unterzeichnenden sowie Hintergrundinformationen zu Kinderarmut in Deutschland können hier heruntergeladen werden: www.nationalearmutskonferenz.de