IAF Verband binationaler Familien und Partnerschaften

newsletter nr. 24 - Juli 2015

Liebe Newsletter-Abonnent/innen,

heute erreicht Sie unser Sommer-Newsletter - mit Informationen aus unseren Arbeitsfeldern und den politischen Debatten. Wir wünschen eine anregende, kühlende und kurzweilige Lektüre!

Familien mit Zuwanderungsgeschichte brauchen Förderung und Mitstreiter

Gemeinsam ist man stärker, wird besser gesehen und gehört. Wir sind dankbar für die vielen Menschen, die uns in unserer Arbeit unterstützen. Doch jetzt gilt es, eine noch größere Gemeinschaft zu werden. Wenn allein jeder Leser nur ein neues (Förder-)Mitglied gewinnt, haben wir eine doppelte Kraft und eine größere Leuchtkraft für unser Engagement für interkulturelles Familienleben, die Förderung von Mehrsprachigkeit und die Zusammenführung von Familien. Jetzt Unterstützer gewinnen. Mehr Informationen zur Förder/Mitgliedschaft erhält man bei Jeannette Ersoy (ersoy@verband-binationaler.de) oder unter Unterstützer werden auf unserer Webseite www.verband-binationaler.de

Neue Strategische Partnerschaft des Verbandes

Bensheim, Frankfurt. Die hessenstiftung – familie hat zukunft und der Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. haben eine strategische Partnerschaft besiegelt, um Familien mit vielfältiger Zuwanderungsgeschichte zu fördern. Gemeinsam mit dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf e.V. setzt sich die hessenstiftung – familie hat zukunft für die soziale und rechtliche Gleichstellung von Menschen ungeachtet ihrer nationalen, ethnischen oder kulturellen Herkunft und ihrer Familien ein. Dabei stärken sie durch ihre Arbeit sowohl die Familienmitglieder im Einzelnen, als auch die Familie als Ganzes.

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Treffen mit IOM - International Organisation for Migration

Erstes offizielles Treffen zwischen der UN-nahen "International Organisation for Migration" (IOM Germany) und dem Verband in Berlin am 09.06.15. Unser Bundesvorstandsmitglied John Kannamkulam und unsere Bundesgeschäftsführerin Hiltrud Stöcker-Zafari tauschten sich mit der deutschen IOM-Direktorin Argentina Szabados und Fr. Dr. Sarah Tietze (IOM Deutschland) zum Thema Familie und Migration aus. Beide Organisationen streben einen weiteren dauerhaften Austausch im Rahmen einer zukünftigen Partnerschaft an.

Wir gratulieren: Bundesvorstand des Verbandes für zwei weitere Jahre gewählt

Auf der Bundesdelegiertenversammlung in Frankfurt wurde am 18. April 2015 ein neuer Bundesvorstand gewählt. Wir gratulieren Sidonie Fernau, Angela Rother-El-Lakkis, Bärbel Sanchez und John Kannamkulam (v.l.n.r.) zu dem guten Wahlergebnis und wünschen viel Erfolg in den nächsten zwei Jahren.

Schon gewusst? Spielzeughersteller sehen keinen Markt für Schwarze Charaktere in Deutschland

Eltern Schwarzer Kinder erleben immer wieder folgendes Szenario: der Geburtstag des Kindes steht an, doch das Spielzeugangebot für nicht-weißen Kinder, das positive Identifikationsmöglichkeiten bietet, kann man mit der Lupe suchen.Neben eindeutig rassistischer Darstellung nicht-weißer Charaktere, ist auch das Ausblenden Schwarzer Menschen oder PoC (People of Colour)-Charaktere und deren Verortung nach Afrika oder „in andere Kulturen“ eine Methode, eine ausschließlich weiße Gesellschaft als Norm vorzugeben.Wir haben festgestellt, dass Hersteller ihre Produktpalette an die Märkte der Länder anpassen. Für den deutschen Markt werden beispielsweise Schwarze Charaktere gezielt aussortiert und durch weiße ersetzt, da Spielzeughersteller davon ausgehen, es gäbe in Deutschland keine Nachfrage.  Mit unserer positiven Spielzeugliste wollten wir dem etwas entgegen setzen und die Hersteller motivieren, ihr Angebot der Vielfalt und Diversität in unserer Gesellschaft anzupassen. 

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EuGH-Urteil bestätigt familienfeindlichen Sprachnachweis

Der 09. Juli 2015 war ein trauriger Tag für interkulturelles Familienleben: der Europäische Gerichtshof sieht das Spracherfordernis VOR Einreise durchaus in Einklang mit der Richtlinie zur Familienzusammenführung. Zwar stellt er ebenso fest, dass dadurch die Familienzusammenführung „nicht unmöglich gemacht oder übermäßig erschwert werden“ darf und hebt dabei auf die Ausgestaltung einer Härtefallregelung ab. Aus unserer verbandlichen Arbeit wissen wir, dass solche Formulierungen nicht wirklich hilfreich sind für die Paare und Familien, die aufeinander warten. „Was nutzt es uns, wenn sich die Juristen und Politiker darüber streiten, wann bei uns der Zeitpunkt eingetreten ist, dass unsere finanzielle Lage oder der Gesundheitszustand meiner Frau weitere Anstrengungen zum Deutschlernen nicht mehr erforderlich machen? Wir wissen sehr genau, dass wir bereits jetzt schon am Ende sind! Solche Urteile helfen vielleicht unseren Kindern……….“ In dieser Form erreichen uns Meldungen Ratsuchender, die wieder einmal auf den EUGH gesetzt haben und nun ziemlich frustriert auf sich selbst zurück geworfen sind. Wir bedauern daher sehr, dass sich der EUGH nicht eindeutiger äußerte. 

undefinedPM des Verbandes

undefinedDas Urteil

Selbstverständlich arbeiten wir weiter daran, dass die familienfeindliche Regelung aufgehoben wird. Wir lassen die Familien nicht allein. Allerdings wird es - auch für uns - erst einmal um die Ausgestaltung des Härtefalls gehen müssen, der in § 30 Abs. 1 Aufenthaltsgesetzt im Juli 2015 neu eingeführt wurde. Auch wenn wir uns als Verband gegen diese Einführung ausgesprochen und die Rücknahme des Spracherfordernisses gefordert haben.

Unsere undefinedStellungnahme dazu

Ihr müsst draußen bleiben - Rassismus und Wohnungssuche

Das kennen doch viele binationale und eingewanderte Familien: man freut sich, eine bezahlbare Wohnung anschauen zu dürfen – nur leider ist sie schon vermietet, wenn man vor der Tür steht. Die Suche nach bezahlbarem und angemessenem Wohnraum kann sich für Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland schwierig gestalten: Absagen aufgrund eines „nicht-deutschen“ Namens oder Aussehens sind keine Seltenheit, wie unter anderem Beratungsanfragen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zeigen. Ein Leitfaden für Mieterinnen, Mieter und Beratungsstellen klärt über die rechtliche Lage auf und gibt praktische Tipps, um gegen solche Diskriminierungen vorzugehen.

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Für mehr Vereinbarkeit - das neue ElterngeldPlus

Der Startschuss für das neue ElterngeldPlus war am 1. Juli 2015 zu hören - alle Eltern, deren Kinder ab diesem Tag geboren werden, können die bereits zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Regelungen in Anspruch nehmen. Mit dem neuen Elterngeld soll sich künftig der frühe Wiedereinstieg in Teilzeit mehr lohnen. Die partnerschaftliche Aufteilung von Familie und Beruf soll mit einem Partnerschaftsbonus unterstützt und die Elternzeitregelungen flexibler werden, so dass es künftig leichter wird, auch zu einem späteren Zeitpunkt, z.B. zur Einschulung des Kindes, in Elternzeit zu gehen, so die Bundesfamilienministerin, Manuela Schwesig. Parallel bestehen die Regelungen zum bisherigen Elterngeld fort.Das gesamte Konstrukt ist nicht ganz einfach zu verstehen. Die Erläuterungen auf der Webseite des BMFSFJ helfen – auch bei der Ermittlung des individuellen Anspruchs, denn es stellt sich ja die Frage, was passt zu mir? Was hilft uns als Familie?

Als Verband unterstützen wir diese familienpolitische Regelung. Auch wir sehen hierin einen richtigen Weg zur Erreichung von mehr Vereinbarkeit. Wir hatten in unserer Stellungnahme darauf aufmerksam gemacht, dass wohl eher die besser verdienenden Familien von dieser Möglichkeit Gebrauch machen können. Viele binationale und eingewanderte Familien werden sich die Inanspruchnahme des ElterngeldPlus finanziell nicht leisten können. Aber schauen wir mal und beobachten wir die Lage.

Weitere undefinedInformationen zum ElterngeldPlus 

Betreuungsgeld vom Bundesverfassungsgericht gekippt!

An der Verfassungsmäßigkeit des Betreuungsgeldes zweifelte die Hansestadt Hamburg und legte Klage beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ein. Gestern nun (21. Juli 2015) sprach das Gericht Recht und bestätigte " das Betreuungsgeld darf nicht vom Bund angewiesen werden, sondern ist Ländersache".

Die Länder sind nun in der Entscheidung, ob sie das Betreuungsgeld auf Länderebene einführen oder das frei gewordene Geld lieber in den Ausbau der frühkindlichen Bildung und Betreuung investieren lassen wollen - wie Familienministerin Schwesig bereits angekündigt hat.  

Unser Verband lehnt das Betreuungsgeld entschieden ab, weil es aus gleichstellungs- und familienpolitischen Gründen kontraproduktiv ist. Das Betreuungsgeld wirkt nicht nur einer eigenständigen Existenzsicherung von Frauen entgegen, sondern unterläuft zudem die Förderung von Kindern hinsichtlich frühkindlicher Bildung. Es gilt jetzt, die frei gewordenen Mittel allen Kindern aus unterschiedlichsten Familien in einer qualitativ guten frühkindlichen Bildung und Betreuung zugute kommen zu lassen.

undefinedDas aktuelle Urteil

Schlussbericht CERD

Am 15.Mai 2015 veröffentlichte der UN-Antirassismusausschuss seine abschließenden Bemerkungen zum deutschen Staatenbericht - darin werden viele Inhalte und Empfehlungen der Parallelberichte der NGOs aufgegriffen, auch aus dem Bericht des Forum Menschenrechte. Der Ausschuss macht unmissverständlich deutlich, dass in Deutschland ein großer Handlungs- und Nachholbedarf besteht, um die menschenrechtlichen Verpflichtungen zum Schutz vor Rassismus tatsächlich durchzusetzen.Unter diesem Link - http://rassismusbericht.de/ sind die Parallelberichte, die abschließenden Bemerkungen zum Staatenbericht, Pressespiegel u. ä. zu Cerd eingestellt.

Inklusive Schule - ja bitte!

Aus einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap für die Bertelsmann Stiftung geht hervor, dass Eltern inklusiven Schulen bessere Noten geben als solchen, die keinen gemeinsamen Unterricht für Kinder mit und ohne Handicap anbieten. Von Eltern, deren Kinder eine inklusive Schule besuchen, sind 68 Prozent mit der individuellen Förderung ihrer Kinder zufrieden. Eltern hingegen, deren Kinder eine nicht-inklusive Schule besuchen, sagen dies nur zu 58 Prozent. Auch die Lehrer an inklusiven Schulen sehen mehr Eltern als engagiert (80 zu 75 Prozent), sie können besser erklären (86 zu 77 Prozent) und fördern Stärken der Schüler gezielter (72 zu 60 Prozent). Dies erstaunt, da von bildungspolitischer Seite immer wieder zu hören ist, dass die Akzeptanz inklusiver Schulen bei Eltern nicht sehr groß sei.

www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2015/juli/elternumfrage-inklusive-schule/

undefinedUnsere Position zur Inklusion

Lektüretipp

Neuer Reader von IDA und transfer e.V. zu diversitätsbewusster (internationaler) Jugendarbeit.

Ansgar Drücker, Karin Reindlmeier, Ahmet Sinoplu, Eike Trotter (HG.): Diversitätsbewusste (internationale) Jugendarbeit. Eine Handreichung. Herausgegeben im Auftrag des IDA e.V. in Kooperation mit transfer e.V., Düsseldorf: Eigenverlag 2015, 84 Seiten

Die Handreichung entstand im Rahmen der von transfer e.V. koordinierten Trainingsseminare für Kinder- und Jugendreisen und internationale Begegnung (TiB). Auf eine ausführliche Einleitung mit Begriffserklärrungen folgt jeweils ein Kapitel zur strukturellen und zur konzeptionell-methodischen Perspektive auf diversitätsbewusste Jugendarbeit.Daran schließt sich ein Kapitel mit ausgewählten Praxiserfahrungen aus der internationalen Jugendarbeit.

undefinedFlyer

Reise buchen und Gutes tun - wo gibt´s denn sowas?

Steht die Urlaubsplanung bereits an? Falls ja, würden wir uns freuen, wenn bei der Buchung an unseren Verband gedacht wird! Einfach vor der Buchung www.gooding.de/reise-und-freizeit besuchen einen von über 100 Reiseanbietern auswählen (z.B. Expedia, Opodo, TUI, Holidaycheck, Alltours und viele mehr!) und dann unseren Verband als Spendenempfänger auswählen. Die Buchung funktioniert dann wie immer, unser Verband bekommt aber von den Reiseanbietern eine Spende - das macht doch gleich zwei glücklich.

 

zu guter letzt...

Wenn man so sieht, was der liebe Gott auf der Erde alles zulässt, hat man das Gefühl, dass er immer noch experimentiert.

Peter Ustinov (1921-2004), engl. Schriftsteller u. Schauspieler

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