IAF Verband binationaler Familien und Partnerschaften

newsletter nr. 23 - März 2015

Liebe Newsletter-Abonnent/innen,

heute erreicht Sie unser erster Newsletter im Jahr 2015 - mit Informationen aus unseren Arbeitsfeldern und den politischen Debatten. Wir wünschen eine anregende Lektüre und uns allen (auch noch im März) ein tolerantes und erfolgreiches 2015!

Sprachnachweis im Gesetzentwurf Bleiberecht/Aufenthaltsbeendigung

Die erste Lesung des Gesetzentwurfs Bleiberecht/Aufenthaltsbeendigung im Bundestag wird voraussichtlich am Freitag, 06. März ab ca. 12 Uhr erfolgen. Bei dieser Novellierung kann nach unserer Auffassung auch der Sprachnachweis im Herkunftsland im Rahmen des Ehegattennachzugs in Angriff genommen und aufgegeben werden. Mit einer entsprechenden Aufforderung wandten wir uns an die innenpolitischen bzw. migrationspolitischen sowie familienpolitischen Sprecher/innen der Parteien im Bundestag und machten anhand einiger Beispiele aus unserer Beratungspraxis die Notwendigkeit deutlich, sich von dieser Regelung zu verabschieden. undefinedZur Verbandsposition mit Beispielen

Save the date - Familienpolitische Fachtagung

Der Verband lädt zu der Fachtagung: "Erwerbstätigkeit, Familie und Migration - Herausforderungen für binationale und eingewanderte Familien" am 17. April 2015 in Frankfurt am Main, Hoffmannshöfe von 12.30 - 18 Uhr -  ab 19.30 Uhr Abendprogramm mit Film "Grenzenlos" ein. Wir lassen die Menschen zu Wort kommen und fragen nach den Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wie gehen binationale und eingewanderte Familien mit diesen besonderen Herausforderungen um? Welche Handlungsstrategien ergeben sich für die Migrations- und Integrationspolitik aber auch für die Familienpolitik mit Blick auf diese Familien? undefinedVeranstaltungsflyer

Was ist dem Finanzminister Schäuble die Familie wert?

Scheinbar nicht viel. Denn obwohl Herr Schäuble in dieser Woche bekannt gab, den Kinderfreibetrag um 240 € und das Kindergeld bis 2016 um 6 € zu erhöhen, hilft er damit vielen Familien nicht. Durch die Koppelung dieser Leistungen mit dem Einkommenssteuerrecht wirken sie vor allem bei Gutverdienenden. Gerade Familien kleiner und mittlerer Einkommen benötigen aber Unterstützung. Ihnen ist mit der geplanten Erhöhung nur wenig bis gar nicht geholfen. Das Kindergeld wird als Einkommen z.B. auf die Höhe der Grundsicherung angerechnet. Der Familie steht folglich nicht wirklich mehr Geld zur Verfügung. Außen vor bleiben Geringverdiener auch beim Kinderfreibetrag. Diesen steuerlichen Vorteil können nur besser verdienende Familien nutzen. Benachteiligt werden ebenso Alleinerziehende, denn den Entlastungsbetrag für diese Familien will der Finanzminister nicht erhöhen, obwohl der Koalitionsvertrag dies so vorsieht. Im Interesse vieler binationaler und eingewanderter Familien, die häufig auf dem Arbeitsmarkt schlechter gestellt sind und somit weniger verdienen, plädieren wir für Leistungen, die wirklich bei den Familien ankommen.

Mediendienst Integration überprüft die Berechnungen von Hans-Werner Sinn

Ende Dezember 2014 hat Ökonom Hans-Werner Sinn in einem Gastbeitrag in der FAZ erklärt, die wirtschaftlichen Effekte der Migration seien eindeutig negativ. Damit widersprach er einer Bertelsmann-Studie, wonach der deutsche Sozialstaat von Einwanderung profitiert. Der Mediendienst Integration hat die Berechnungen in einem Artikel überprüft und kommt zu dem Schluss, dass auch Deutsche den Staat mehr kosten als sie einbringen. Sinns Berechnung ist also nicht migrationsspezifisch, denn danach kostet auch jeder Deutsche den Staat mehr Geld, als er einbringt.  Bei der Berechnung der Einnahmen und Ausgaben für den Sozialstaat gibt es keinen "Migrationshintergrund" – man kann nur nach Deutschen und Ausländern unterscheiden. Eingebürgerte oder Nachkommen aus binationalen Ehen verschwinden in der Statistik als deutsche Steuerzahler. undefinedZum Artikel

Forderung nach unabhängigen Menschenrechtsinstitut

Forum Menschenrechte warnt davor, das bisherige Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) durch einen Gesetzentwurf der CDU-Abgeordneten Erika Steinbach und Arnold Vaatz in seiner unabhängigen Arbeit und in seinem Bestehen inklusive dem bisherigen A-Status zu gefährden. Forum Menschenrechte setzt auf die Position der Bundeskanzlerin, die sich klar zu einem Nationalen Menschenrechtsinstitut bekennen solle, das einzig und allein den Menschenrechten und nicht parteipolitischen Interessen verpflichtet sein dürfe. Auch der Verband ist Mitglied und unterstützt das Forum Menschenrechte mit Nachdruck in dieser Sache. undefinedMehr...

Fakten-Check jetzt auch in englischer Sprache

Der Fakten-Check des Mediendienst Integration zu islam- und einwanderungsfeindlichen Thesen in Deutschland sind jetzt auch in englischer Sprache verfügbar. Der Mediendienst hat vor Kurzem Thesen und Argumente von Einwanderungsgegnern einem Fakten-Check unterzogen. Das Dossier gehört inzwischen zu den am meisten gelesenen Veröffentlichungen.

undefinedZum Dossier

undefinedKurzversion auf Englisch 

Willkommen in Deutschland jetzt in 13 Sprachen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bietet in einer aktualisierten Broschüre "Willkommen in Deutschland" nun in 13 verschiedenen Sprachen viele praktische Hinweise für das Leben und Arbeiten in Deutschland und hat sich seit ihrem ersten Erscheinen im Jahre 2005 als zentrales Informationsangebot für (Neu-)Zuwanderer etabliert. Der Ratgeber bietet auf 130 Seiten Wissenswertes für den privaten und beruflichen Neustart in Deutschland. Bislang erschien "Willkommen in Deutschland" auf Deutsch, Arabisch, Englisch, Französisch, Polnisch, Russisch, und Türkisch. Um noch weitere Zuwanderungsgruppen mit dem Informationsangebot zu erreichen, wurde die Broschüre zusätzlich ins Bulgarische, Griechische, Italienische, Portugiesische, Rumänische und Spanische übersetzt.

undefinedZum Download der Broschüre

Arbeitsmarkt 2030

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, und die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz, haben Anfang Februar gemeinsam den zweiten Forschungsbericht "Arbeitsmarkt 2030. Die Bedeutung der Zuwanderung für Beschäftigung und Wachstum" vorgestellt. Der aktuelle Bericht konstatiert eine positivere Arbeitsmarktentwicklung als noch 2012. Insbesondere eine stärkere Erwerbsbeteiligung als auch eine höhere Nettozuwanderung tragen dazu bei.  undefinedZum Bericht

Neuste Familiendaten des Statistischen Bundesamtes

Das Statistische Bundesamt gibt alle drei Jahre eine Sonderauswertung des Mikrozensus heraus. Im Jahr 2013 gab es in Deutschland 8,1 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern. Davon hatten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gut 2,5 Millionen Familien einen Migrationshintergrund. Das heißt, mindestens ein im Haushalt lebender Elternteil besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit, hat die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhalten oder ist Spätaussiedler. Somit hatte fast jede dritte Familie (31 %) ausländische Wurzeln. Das zeigen die Ergebnisse des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland.Im Vergleich zu 2005 – hier wurde erstmals der Migrationsstatus im Mikrozensus abgefragt – hat sich die Zahl der Familien mit Migrationshintergrund um 131 000 erhöht (2005: rund 2,4 Millionen). Der Anteil der Familien mit Migrationshintergrund an allen Familien betrug damals 27 %. Die Gesamtzahl der Familien mit minderjährigen Kindern ist im Vergleich zu 2005 hingegen gesunken, und zwar um 837 000. Damals gab es noch 8,9 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern in Deutschland.

Aufruf zur Mitwirkung - Internationaler Tag gegen Rassismus

Der Verband ist Mitunterzeichner des Aufruf "Zusammenhalten gegen Rassismus" des Interkulturellen Rats in Deutschland zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März 2015. Der Verband unterstützt darüber hinaus die Internationalen Wochen gegen Rassismus und bittet um zahlreiches Mitwirken. Gerade in den letzten Wochen ist deutlich geworden, wie wichtig es ist, Zeichen gegen Vorurteile, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit zu setzen. Jetzt NEIN sagen zu menschengruppenfeindliche Bewegungen und Ausgrenzung.

undefinedMehr zu den Internationalen Wochen

lektüreempfehlungen

Milena Detzner/Ansgar Drücker/Barbara Manthe (Hg.): Antiziganismus – Rassistische Stereotype und Diskriminierung von Sinti und Roma. Grundlagen für eine Bildungsarbeit gegen Antiziganismus. Herausgegeben im Auftrag des IDA e. V., ISSN 1616-6027, Düsseldorf: Eigenverlag 2014

Die IDA Publikation beleuchtet die rassistischer Ausgrenzung und Diskriminierung einer besonders stark ausgesetzten Gruppe: den Sinti und Roma. Nicht nur aktuell aus Osteuropa migrierte Roma sind von Rassismus betroffen; antiziganistische Feindbilder richten sich gegen alle Sinti und Roma, die in Deutschland leben – in einer jahrhundertelangen Kontinuität, die selten betrachtet und herausgestellt wird. Ursachen und Wirkung von Antiziganismus werden beleuchtet und drei Ebenen von Antiziganismus in den Blick genommen: Der erste Teil geht auf strukturelle Diskriminierung ein; der zweite Part fokussiert die individuelle Ebene des Antiziganismus. Ein dritter Teil beleuchtet die Ebene von (extrem rechter) Agitation und Gewalt gegen Sinti und Roma in Deutschland wie in Mittel- und Osteuropa. Die Broschüre schließt mit der Selbstrepräsentation von Organisationen. Eine aktuelle, differenzierte  und sehr lesenwerte Broschüre!


Heidi Hahn/Beate Laudenberg/Heidi Rösch (Hrsg.): Wörter raus!? Zur Debatte um eine diskriminierungsfreie Sprache im Kinderbuch. ISBN 978-3-7799-2982-6. Weinheim und Basel 2015. 24,95 €

Experten und Expertinnen aus den Bereichen Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturdidaktik und Publizistik sowie Verlags- und Übersetzungswesen diskutieren die unterschiedlichen Positionen und Perspektiven, die in der Debatte um eine diskriminierungsfreie Sprache im Kinderbuch zu Beginn des Jahres 2013 hervorgetreten waren.»Wörter raus!?« - Unter diesem Titel diskutierten Experten und Expertinnen aus den Bereichen Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturdidaktik und Publizistik sowie Verlags- und Übersetzungswesen die unterschiedlichen Positionen und Perspektiven, die in der Debatte um eine diskriminierungsfreie Sprache im Kinderbuch zu Beginn des Jahres 2013 hervorgetreten waren. In den Beiträgen ist nachzulesen, wie das Ausrufezeichen in seiner Funktion abgeschwächt wurde, während sich das Fragezeichen zugunsten einer historisch-kulturellen Integrität des Originals behaupten konnte. Darüber hinaus ist mit Irena Breznás »Brief an meinen schwarzen Sohn« auch ein literarischer Text im Tagungsband vertreten.

Reise buchen und Gutes tun - wo gibt´s denn sowas?

Steht die Urlaubsplanung bereits an? Falls ja, würden wir uns freuen, wenn bei der Buchung an unseren Verband gedacht wird!

Einfach vor der Buchung 
www.gooding.de/reise-und-freizeit
besuchen einen von über 100 Reiseanbietern auswählen (z.B. Expedia, Opodo, TUI, Holidaycheck, Alltours und viele mehr!) und dann unseren Verband als Spendenempfänger auswählen.
Die Buchung funktioniert dann wie immer, unser Verband bekommt aber von den Reiseanbietern eine Spende - das macht doch gleich zwei glücklich.

 

zu guter letzt...

"You may not control all the events that happen to you, but you can decide not to be reduced by them."

Maya Angelou

wir sind dankbar für Ihre unterstützung und Ihr JA zu unserer arbeit

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