IAF Verband binationaler Familien und Partnerschaften

newsletter nr. 21 - september 2014

Liebe Newsletter-Abonnent/innen, heute erreicht Sie unser Herbst-Newsletter - mit Informationen aus unseren Arbeitsfeldern und den politischen Debatten. Wir wünschen eine anregende Lektüre und angenehme Herbsttage! 

Der Verband gegen Rassismus

Unser Verband zweifach engagiert gegen Rassismus: Am 14. September 2014 fand neben dem großen Gründungsfest der neuen Stiftung in Frankfurt auch die Wahl zum neuen Vorstand des Interkulturellen Rats in Deutschland e.V., Träger „Internationalen Wochen gegen Rassismus“, statt. Auf der Mitgliederversammlung wurde die Bundesgeschäftsführerin des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften, Hiltrud Stöcker-Zafari, zur neuen Schatzmeisterin gewählt. Das Bundesvorstandsmitglied des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften, John Kannamkulam, ist einer der Gründungsstifter der neuen Stiftung gegen Rassismus. Ein prominenter Unterstützer konnte ebenfalls gewonnen werden: Fritz Pleitgen (ehemaliger WDR-Intendant) ist der aktueller "Botschafter der Internationalen UN-Wochen gegen Rassismus".

Neuste Verbandspublikation

Väter in interkulturellen Familien. Erfahrungen – Perspektiven –Wege zur Wertschätzung. Verband binationaler Familien und Partnerschaften (Hrsg.) Mit einem Vorwort von Cem Özdemir. Brandes und Apsel, 2014 ca. 220 S., € 19,90 ISBN 978-3-95558-058-2

Moderne und fürsorgliche Familienväter sein - das können und wollen Männer unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft. Leider werden diese wertvollen Ressourcen, die Väter mit Zuwanderungsgeschichte haben, selten wahrgenommen oder gefördert. Ein dreijähriges Modellprojekt der Geschäftsstelle Leipzig des Verbandes widmete sich dieser Zielgruppe und evaluierte die gesammelten Erkenntnisse in dem nun vorliegenden Buch „Väter in Interkulturellen Familien. Erfahrungen – Perspektiven – Wege zur Wertschätzung“. Darin werden neben der Darstellung der Projektentstehung und des -verlaufs und die gemachten Praxiserfahrungen in der interkulturellen Väterarbeit auch das Thema aus wissenschaftlicher Perspektive beleuchtet. Dies ist besonders wichtig, da migrantische Männer bisher in der sozialwissenschaftlichen Forschung und der sozialen Arbeit eher unterrepräsentiert sind. Aber auch die Väter selbst kommen zu Wort. In Interviews sprechen sie unter anderem über ihre vielfältigen biografischen Erfahrungen und ihre Beteiligung am Projekt. Anschließend werden diese in Expertengesprächen analysiert und anhand der Themenpunkte Dominanzkultur, Mehrfachdiskriminierung und Empowerment ausgewertet. Durch die Zusammenführung von Erkenntnissen aus der Praxis, der Wissenschaft und der Expertise der Väter selbst geben die AutorInnen einen wichtigen Beitrag zur Konzeptentwicklung von interkultureller Väterarbeit. 

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Yes, sí, evet - mein Kind ist in vielen Sprachen zuhause!

Etwa jeder fünfte Mensch in Deutschland kommt aus einer Einwandererfamilie (Statistisches Bundesamt 2012). Für viele ist es ganz normal, mehrsprachig aufzuwachsen. In einer sich als einsprachig verstehenden Umwelt entwickelt sich mehrsprachiges Leben aber nicht von selbst. Mehrsprachigkeit muss gepflegt und gefördert werden, damit daraus eine echte Kompetenz wird. Dabei unterstützen wir Sie! Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mit Mehrsprachigkeit haben wir zu diesem Thema unter anderem die Broschüre „In vielen Sprachen zu Hause“ veröffentlicht, die bisher auf Türkisch, Italienisch, Spanisch,Englisch und Russisch erhältlich ist.

Wir setzen uns ein! Für die Wertschätzung, Förderung und formale Anerkennung von Mehrsprachigkeit! Für eine Gesellschaft in Vielfalt und ein grenzüberschreitendes Familienleben! Helfen Sie uns mit Ihrer Spende! Damit wir gemeinsam etwas bewirken können.

Neue Studie: Die deutsche Bevölkerung und Sinti und Roma

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) hat eine aktuelle Studie zu Bevölkerungseinstellungen gegenüber Sinti und Roma herausgegeben. Die Ergebnisse sind alarmierend: Jede und jeder dritte Deutsche lehnt Sinti und Roma als Nachbarn ab. Das ist ein Ergebnis der umfassenden Großstudie zu Bevölkerungseinstellungen gegenüber Sinti und Roma, die am 3. September von der ADS vorgestellt wurde. Demnach sind Unwissenheit und teils offene Ablehnung verbreitet. Die ADS und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma leiten daraus klare Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft ab.

undefinedZur Studie

Unternehmertum und Migration

Im Jahr 2013 haben sich 868.000 Personen in Deutschland selbstständig gemacht, 93.000 Personen mehr als im Jahr 2012. Etwa jeder fünfte Gründer ist Migrant, hat also alleinig eine ausländische Staatsangehörigkeit oder hat die deutsche Staatsbürgerschaft erworben. Gründer mit früherer (bei Einbürgerung) oder aktueller türkischer Staatsangehörigkeit sind am stärksten vertreten (21 %, Ø 2008–2013). Auch auf Gründer mit (früherer oder aktueller) russischer(10%), polnischer (7 %) oder italienischer (5 %) Staatsangehörigkeit entfallen relativ hohe Anteile. Als überdurchschnittlich gründungsfreudig fällt dabei keine Nationalität auf: die Relationen entsprechen ungefähr auch ihren Bevölkerungsanteilen. Damit tragen sie sogar mehr zum Gründungsgeschehen bei als es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht. Migranten beschäftigen zudem häufiger von Anfang an Mitarbeiter/innen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen.

undefinedMehr...

Recherche: Anzahl von Polizisten/innen und Verfassungsschützern mit Migrationshintergrund

Der Mediendienst Integration hat bei Bund und Ländern recherchiert, a) wie viele Mitarbeiter/innen bei Polizei und Verfassungsschutz einen Migrationshintergrund haben. Und b) was die Behörden unternehmen, um mehr Vielfalt in ihrer Belegschaft zu sichern. Das Ergebnis überrascht leider nicht: Menschen mit Migrationshintergrund sind deutlich unterrepräsentiert. Die wenigen Daten, die vorliegen, zeigen jedoch auch: Ihr Anteil steigt überall dort, wo um Nachwuchs aus Einwandererfamilien geworben wird.

Die detaillierten Recherche-Ergebnisse (aufgeschlüsselt nach Bundesländern) können undefinedhier downgeloaded werden.

undefinedZu der kurzen Zusammenfassung der Ergebnisse 

3. Internationale Filmfestspiele Hanau

Zum dritten Mal lädt C2C Hanau e.V. vom 15.-17.Okt.2014 zu den Internationalen Hanauer Filmtagen ein. C2C möchte mit diesem kleinen, aber feinen Filmfestival das gegenseitige Verständnis an sich fremder Kulturen für einander in der heutigen Welt verbessern. Die Filmkunst verhelfe Sichtweisen anderer einzunehmen und einen Begriff vom Eigenen und vom Fremden zu bilden. Deshalb zeigt der internationale Kulturverein die meisten Filme in Original-Version mit deutschen Untertiteln.

Der Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. unterstützt die Filmtage als ideeller Förderer und lädt alle Interessierten herzlich ein.

undefinedZum Programm...

Literaturtipp

Jürgen Micksch: Interkulturelle Modelle gegen Rassismus (2014) EBVerlag, Berlin ISBN: 978-3-86893-165-5, 9,80€

Jürgen Micksch, Vorsitzender des Interkulturellen Rates in Deutschland, resümiert in der Neuerscheinung "Interkulturelle Modelle gegen Rassismus" die 20jährige Bestehungsgeschichte des gemeinnützigen Vereins. Als Reaktion auf gesellschaftliche Missstände wie wachsendem Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, war er an der Initiierung einer ganzen Bandbreite von Kampagnen und Initiativen beteiligt, wie z.B. der Internationalen Wochen gegen Rassismus oder dem Abrahamischen Forum. Das Buch gibt einen Einblick darin, wie die unzähligen Projekte ein Zeichen setzten -nicht nur gegen Rassismus, sondern unterschiedliche Diskriminierungsformen - und so den öffentlichen Diskurs damals wie heute mitgestalten.

termine/veranstaltungen

06.-08. Oktober 2014, Mannheim: Bundesfachkonferenz Interkultur 

Maria Ringler, Bundesgeschäftsstelle,  wird am 08. Oktober um 10:30 Uhr dort an der Podiumsdiskussion "Neue Heimaten bilden" teilnehmen.

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zu guter letzt...

"Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen."

Heinrich Heine

Quelle: In der Tragödie »Almansor«, 1820, also lange vor der Nazizeit. Es ging um die Verbrennung des Koran und Verfolgung der Muslime. Eine zeitlose Aussage!

 

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