Rassistische Diskriminierung

In unserer Gesellschaft ist offener Rassismus tabu. Deshalb ist es schwierig, Zurückweisungen aufgrund von Nationalität, Hautfarbe oder zugeschriebener 'kultureller' Eigenschaften als Rassismus zu erkennen und beim Namen zu nennen.

Dennoch findet rassistische Diskriminierung täglich statt: Die Herkunft von Menschen oder auch ihre Religionszugehörigkeit wird als Begründung dafür herangezogen, dass sie ausgeschlossen werden. So werden sie im Alltag ununterbrochen zu "anderen" gemacht, indem die verschiedene Herkunft als unüberbrückbare Unterscheidung betont wird. Solche Zuschreibungen wirken im persönlichen Umfeld ebenso wie in Schulen, auf dem Arbeitsmarkt, in Ämtern und Institutionen ab- und ausgrenzend.

In unserem Grundsatzpapier haben wir es deutlich formuliert: Menschen müssen ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Orientierung, ihrer kulturellen oder sozialen Herkunft  und ihrer Religion gleichberechtigt, anerkannt und ohne Angst in Deutschland leben können. Dafür setzen wir uns ein.

Unser Engagement bei Rassismus und Schule

Rassismus und Schule

Binationale Familien kennen die alltäglichen Formen von Diskriminierung und Rassismus in Schule und Ausbildung. Dass diese Erfahrungen keine Einzelphänomene sind, sondern weit verbreitet, zeigen auch eine Reihe von Studien und Berichten. Danach manifestiert sich Diskriminierung in der Schule nicht nur im Verhalten der Lehrenden und der Mitschüler*innen oder durch strukturelle Rahmenbedingungen sondern auch Inhalte, Darstellungen und Haltungen, die in Schulbüchern beschrieben und weiter gegeben werden, grenzen aus und tragen dazu bei, dass Kinder benachteiligt werden und sich in den Schulen nicht willkommen fühlen. 

Bewertungspunkte

Schulbücher und andere Bildungsmedien erklären die Welt, sie transportieren kulturelles und gesellschaftliches Wissen und Werthaltungen. Daher ist ein rassismuskritischer Blick auf diese Medien sehr wichtig. Wir haben einige Punkte zur Bewertung von Bildungsmedien zusammengestellt:

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Gemeinsame Erklärung

Ein wichtiger Erfolg unserer Gremienarbeit war die Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung, „Darstellung von kultureller Vielfalt, Integration und Migration in Bildungsmedien“ von Kultusministerkonferenz, Organisationen von Menschen mit Migrationshintergrund und Bildungsmedienverlagen im Oktober 2015. Darin verpflichten sich die Bildungsmedienverlage auf eine differenzierte Darstellung von beispielsweise Lebenswirklichkeiten, Religionen und Weltanschauungen. Als Verband und Teil der Organisationen der Menschen mit Migrationshintergrund, die sich jährlich zum Austausch mit den Kultusministern treffen, haben wir dieses Thema eingefordert und unsere Positionen nachhaltig eingebracht. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hat mit der Tagung „Schulbuchstudie Migration und Integration“ im Januar 2016 dieses Thema aufgegriffen. Auch hier waren wir ebenfalls aktiv mit dabei.

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Schulbuchstudie: (pdf) oder link
http://www.bundesregierung.de/Content/Infomaterial/BPA/IB/Schulbuchstudie_Migration_und_Integration_09_03_2015.html?nn=670290

Weiterführendes...

Projekt „Zwischentöne“ des Georg-Eckert-Instituts bietet Anregungen zur diversitätsbewussten und rassismuskritischen Unterrichtsgestaltung. http://www.zwischentoene.info/themen.html

Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, 2013 http://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/BT_Bericht/Gemeinsamer_Bericht_zweiter_2013.pdf?__blob=publicationFile

Der „Rassismuskritische Leitfaden“ bietet Anleitungen zur Reflexion didaktischer Lehr- und Lernmaterialien für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zu Schwarzsein, Afrika und afrikanischer Diaspora. http://www.elina-marmer.com/wp-content/uploads/2015/03/IMAFREDU-Rassismuskritischer-Leiftaden_Web_barrierefrei-NEU.pdf

IMAFREDU-Projekt der Universität Hamburg, Dr. Elina Marmer, www.elina-marmer.com

Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag e.V. www.ber-ev.de

NeRaS (Ne)tzwerk (R)assismus (a)n (S)chulen www.neras.de

Unser Engagement für rassismusfreie Kinderbücher

Unser Statementpapier als Download

Zivilgesellschaftliche Anforderungen an einen Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus und Homo- und Transphobie des Netzes gegen Rassismus – Für gleiche Rechte

Rassismus in Schulbüchern

Rassismus nach Lehrplan HD

https://www.youtube.com/watch?v=4O2x5haN0i4

Interview mit Josephine Apraku vom Institut für diskriminierungsfreie Bildung (IDB) zu rassistischen Geschichten in Schulbüchern und anderswo

Quelle: Bundeszentral für Politische Bildung/bdb

Positivliste vorurteilsbewusstes Spielzeug

Unsere Regionalgruppe Hamburg hat eine Positivliste von vorurteilsbewusstem Spielzeug zusammengestellt. Sie kann als Entscheidungshilfe beim Kauf von Spielzeug helfen. Diese bieten wir als Download an. Für weitere Fragen steht die Regionalgruppe Hamburg gerne zur Verfügung.

Download

Kontakt RG Hamburg: hamburg(at)verband-binationaler.de, Tel.: 040 /44 69 38

Positionspapier zu Rassismus

Der Verband binationaler Familien und Partnerschaften nimmt nicht nur zur aktuellen Debatte "Rassismus in Kinderliteratur" Stellung, sondern bietet auf dieser Seite auch ein Positionspapier als Information zu Rassimus und zur weiteren Verwendung an.

Positionspapier