Archiv Integration/Inklusion

Gipfel der Integration

Im Dezember 2010 luden Bundeskanzlerin Angela Merkel und Integrationsbeauftragte Maria Böhmer zum 4. Integrationsgipfel ein. Der Integrationsgipfel soll den Nationalen Aktionsplan für Integration (kurz NAP - in Nachfolge zum NIP, dem Nationalen Integrationsplan von 2006) auf den Weg bringen. Rund 120 Menschen folgten der Einladung, so auch unsere Bundesgeschäftsführerin Hiltrud Stöcker-Zafari. Sprechen durften allerdings nur Minister/innen und im Vorfeld zu Beiträgen eingeladene Redner, die angekündigte 'Offene Aussprache' fiel wegen der Länge der Beiträge weitgehend unter den Tisch. Die Monologe anstelle von Dialogen waren auch deshalb mehr als enttäuschend, weil die zu dieser Zeit schon seit Monaten geführte erhitzte Debatte um "Integrationsverweigerer" keinerlei Erwähnung fand. Trotz der Ernüchterung werden wir uns auch hier mit langem Atem weiter engagieren – im Dialog-Forum "Frühe Erziehung" mit unserer Fachfach für Interkulturelle Bildung Maria Ringler, und wenn eine Einladung kommt, auch beim nächsten Integrationsgipfel.

Integrationsdebatte?!

Ein ärgerlicher Kommentar aus aktuellem Anlass
(Oktober 2010)

Seit Wochen tobt in Politik, Zeitungen und Talkshows eine Debatte darüber, welche Rolle zugewanderte Menschen in unserer Gesellschaft spielen sollen, und wie dies zu begründen ist.

Leider dient diese Debatte der Polarisierung, nicht der Integration. Es geht vor allem darum, mit welchen - vermeintlich wissenschaftlichen - Argumenten Menschen ausgeschlossen werden können. Darum, an welchen Grenzlinien "Wir" - also diejenigen, die über Wohlstand, Arbeit, Einflussmöglichkeiten, angestammte Rechte verfügen - die "Anderen" zurück zu weisen berechtigt sind.

Alle vorgetragenen Argumente - von "Kopftuchmädchen" über "Gene" bis hin zu jüngst "Kulturkreisen" - behaupten, die Eigenschaften von Menschen seien die Ursache dafür, dass sie ausgeschlossen werden. Solange die Debatte darum kreist, solche Argumente zu beweisen oder zu widerlegen, lässt sie sich nicht versachlichen, denn sie geht an der eigentlichen Frage vorbei.

Die eigentliche Frage ist, ob wir mit den Menschen, die hier sind, tatsächlich zusammen leben wollen. Falls wir diese Frage mit Ja beantworten, ist es an der Zeit, dass Regierende, Medien und Institutionen verlässliche Strukturen schaffen, in denen Vielfalt gelebt und ausgehandelt werden kann.

Falls wir diese Frage mit Nein beantworten, sollten wir die aktuelle Debatte ganz einfach so weiter führen wie bisher. [Unsere Pressemitteilung]

Ist Integration messbar?

Gemeinsam mit der Hessischen Landeszentrale für Poliltische Bildung und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband gehen wir der Frage nach, was sich mit den verpflichtenden Integrationskursen erreichen lässt. Die Dokumentation der  Fachtagung "Integrations-Kurse - und nun?" im Mai 2009 stellt Konzeption und Wirkungen der Kurse vor. Für den 4. Mai 2010 luden wir zur Fachtung unter dem Titel "Ist Integration messbar?" ein - hier finden Sie die Aussschreibung mit Programm.