15.06.2016

Perfektes Deutsch - Verhindern Unternehmen den Einstieg ins Erwerbsleben?

Unter diesem Titel beleuchtete die diesjährige familienpolitische Fachtagung des Verbandes binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. diesmal in Kooperation mit dem Europabüro der Metropolregion FrankfurtRheinMain am 10.06.2016 zusammen mit Vertretern der Wirtschaft und der Region das Thema und gab spannende Einblicke.


Es war ein Auftakt, in den Dialog mit der Region und der Wirtschaft zu treten, der unbedingt fortgeführt werden soll. Der Verband weiß aus den eigenen Familien seit vielen Jahren, dass ein Zugang zum Arbeitsmarkt nur mit (sehr) guten deutschen Sprachkenntnissen möglich ist. Angesichts der großen Zuwanderung der letzten Monate nach Deutschland wird Gesellschaft und Wirtschaft vor Herausforderungen gestellt, die gemeistert werden müssen. Neben Flexibilität, Tatkraft und auch Kreativität sind die gesellschaftlichen Akteure gefragt, dabei an einen Strang zu ziehen. Gerade dann, wenn die Eingewanderten noch kein perfektes Deutsch sprechen, aber voller Tatendrang und Motivation sind und sich über den Arbeitsmarkt integrieren wollen. Den Teilnehmenden wurden kreative und engagierte (Lösungs)Modelle vorgestellt. Dabei wurden Paten- oder Mentorenmodelle für eine erfolgreiche Eingliederung favorisiert.

Neben Jens Marco Scherf, dem Landrat des Landkreis Miltenberg, gaben Günter Huhle, Geschäftsführer der Huhle Stahl- und Metallbau GmbH, Andrea Hartenfeller, Bundesverband der Personalmanager, Ania Comanoiu, Integrationsbeauftragte der Agaplesion Kliniken, und Boris Schwerdt, DSF Deutsche Flugsicherung GmbH Einblicke in ihr Arbeitsfeld. Es gab vielfältige Ansätze im Umgang mit Bewerber*innen, die noch keine ausreichenden Sprachkenntnisse haben und trotzdem interessante Bewerber*innen für die Unternehmer darstellen.

Der Aspekt des „An-die-Hand-nehmens“ und des Erfahrungsaustauschs ist auch die Maxime des Verbandes. Bereits gut angekommene Migrant*innen und erfahrene Mitarbeiter*innen bieten ihre Erfahrungen auch in Form von Interkulturellen Trainings und regelmäßige Angebote zum Austausch auch in Zukunft an. Sie ergänzen damit die formalen Maßnahmen der Regierung durch persönlichere Angebote und Ansprache.