Integration?

Wiederkehrend findet in Politik, Zeitungen und Talkshows die Debatte darüber statt,
was als "Integration" verstanden und von zugewanderten Menschen gefordert werden soll. Die Verschiedenheit von Menschen gilt als Störung des Normalbetriebes. So verstanden soll "Integration" die anstrengende, scheinbar mit den Einwanderern importierte Verschiedenheit zum Verschwinden bringen – mit Sondermaßnahmen zum Ausgleich persönlicher Mängel und mit Anpassung derer, die sich erkennbar unterscheiden.

Eine solche wertende Aufteilung in "Wir" und "die Anderen" und eine trennende Sicht auf Herkunft, Nationalität und Aufenthaltsstatus lehnen wir ab. Deshalb verwenden wir den Begriff "Integration" ungern, weil unsere Gesellschaft etwas anderes braucht. Es geht um das gemeinsame Vergewissern, Balancieren, Aushandeln, wo man gemeinsam steht und wo man zusammen hin möchte. Mit weniger werden wir nicht erfolgreich sein.

Aspekte einer inklusiven Gesellschaft

Der Verband versteht Inklusion als einen umfassenden Denkansatz und sieht, dass die Gestaltung einer inklusiven Gesellschaft eines grundlegenden Paradigmenwechsels bedarf.

Positionspapier des Verbandes

Gut Integrationsgesetz muss Weile haben...

Der Verband binationaler Familien unterstützt als Mitglied des Paritätischen eine schriftliche Positionierung zum Integrationsgesetz. Der Paritätische Gesamtverband, die Diakonie Deutschland, PRO ASYL und der Rat für Migration sind der Auffassung, dass der vorliegende Gesetzesentwurf zwar eine Reihe von Vorschlägen enthält, die die Integration von Flüchtlingen erleichtern können, insgesamt aber nicht dazu geeignet ist, das gesetzgeberische Ziel einer frühzeitigen Integration von Schutzsuchenden in Deutschland sicherzustellen.

Sie sind vielmehr in großer Sorge, dass bestimmte geplante Regelungen, wie insbesondere die Einschränkungen bei der Aufenthaltsverfestigung, die Wohnsitzzuweisung sowie die Leistungskürzungen im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes die Partizipation und Teilhabe der Schutzsuchenden an unserer Gesellschaft eher verhindern werden und darüber hinaus mit geltendem Flüchtlings- und Europarecht nicht im Einklang stehen.

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