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Ein sechsminütiger Film erzählt vom binationalen Leben - hier können Sie den Beitrag
"Bürokratie und Liebe" von Web-TV der Universität Leipzig ansehen.
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... sind ein Teil unserer Gesellschaft. Offene Grenzen, Urlaubs-, Arbeits- und Studienaufenthalte im Ausland sowie die Anwesenheit von Migrant/innen und Flüchtlingen lassen die Zahl der binationalen Ehen in Deutschland weiter steigen.
Eheschließungen
Im Jahr 2008 wurden in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 377.055 Ehen geschlossen. Davon waren 335.613 (89,1 %) deutsch-deutsche Ehen und 41.442 (10,9 %) Eheschließungen binational; in rund 2,0 % der Fälle besaßen beide Eheleute keine deutsche Staatsbürgerschaft.
Damit war im Jahr 2008 jede 9. Eheschließung eine binationale. Dabei gab es folgende Konstellationen:
Frau deutsch / Mann nichtdeutsch 18.154 (4,8 %)
Mann deutsch / Frau nichtdeutsch 23.288 (6,2 %)
Deutsche Frauen bevorzugen mit Abstand türkische Partner, gefolgt von Partnern aus anderen europäischen Staaten. Deutsche Männer wählen ihre Partnerinnen überwiegend aus Polen, mit Abstand folgen dann Frauen aus der Türkei und osteuropäischen Ländern, Asien und anderen EU-Staaten.
Die Anzahl der eingetragenen Lebenspartnerschaften wurde statistisch nicht erhoben.
Die nun folgenden Zahlen stammen aus dem Jahr 2006 oder früher. Etwa im Oktober können wir die Zahlen des Statistischen Bundesamtes für 2009 auswerten. Nutzen Sie bis dahin doch unsere Übersicht
"Zahlen und Fakten 2008".
Deutsche Frauen heirateten in 2006 Männer aus:
2005 | Anzahl | 2006 | Anzahl |
Türkei | 4.108 | Türkei | 3.753 |
Italien | 1.813 | Italien | 1.706 |
USA | 1.347 | USA | 1.142 |
Serbien- | 1.140 | Marokko | 840 |
Österreich | 850 | Großbritannien | 797 |
Großbritannien | 801 | Österreich | 795 |
Marokko | 775 | Serbien- | 765 |
Niederlande | 682 | Niederlande | 691 |
Polen | 616 | Polen | 617 |
Griechenland | 529 | Griechenland | 495 |
Wie bei den Männern sind auch hier die gleichen Staaten vertreten wie im Vorjahr. Die anhaltend hohen Zahlen mit türkischer Beteiligung sind mit Einbürgerungen türkischer Frauen zu begründen, die Männer aus dem Herkunftsland der Familie bzw. aus ihrer community hier in Deutschland wählten. Hier ist auffällig, dass Marokko sehr weit vorne liegt. Vielleicht ist auch das mit der Einbürgerung von Marokkanerinnen zu begründen?
Deutsche Männer heirateten in 2006 Frauen aus:
2005 | Anzahl | 2006 | Anzahl |
Polen | 4.479 | Polen | 4.319 |
Thailand | 2.054 | Russland | 1.753 |
Russland | 2.021 | Türkei | 1.706 |
Rumänien | 1.785 | Thailand | 1.702 |
Türkei | 1.753 | Rumänien | 1.413 |
Ukraine | 1.448 | Ukraine | 1.228 |
Italien | 969 | Italien | 945 |
Österreich | 847 | Österreich | 753 |
Kroatien | 724 | Kroatien | 713 |
Brasilien | 687 | Brasilien | 681 |
Es sind die gleichen Staaten wie im Vorjahr beteiligt, nur manchmal in einer anderen Reihenfolge. Auffällig ist, dass die Türkei an 3. Stelle rückte - das könnte mit den mittlerweile eingebürgerten Türken zusammenhängen, die innerhalb ihrer eigenen 'community' geheiratet haben. Leider wird ja nur nach Staatsangehörigkeit unterschieden.
Kinder
Insgesamt wurden in 2006 in der Bundesrepublik Deutschland 672.724 Kinder geboren; 86.744 oder 12,3 % dieser Kinder entstammen binationalen Verbindungen mit einem deutschen Elternteil (zum Vergleich: 2003: 11,7 %; 2002: 11 %).
Kinder mit Migrationshintergrund
155.009 oder 23 % der in Deutschland geborenen Kinder haben mindestens einen ausländischen Elternteil, das ist fast jedes 4. Kind. Vermutlich sind es aber deutlich mehr, denn zu 182.525 bzw. 27 % der Kinder fehlen Angaben zum Vater; auch ein Teil dieser Kinder können einen ausländischen Vater haben und somit in einer Familie mit Migrationshintergrund aufwachsen (2003: 24,5 %).
Scheidungen
Analog zu den Eheschließungen werden auch Ehescheidungen nur dann vom Statistischen Bundesamt erfasst, wenn diese in Deutschland erfolgten. Ehescheidungen, die im Herkunftsland eines Partners/einer Partnerin durchgeführt wurden, sind zahlenmäßig nicht erfasst. Dies betrifft Migrant/-innen ebenso wie auch binationale Paare.
Weiterhin geben die Zahlen keine Auskunft über die Scheidungshäufigkeit von Paaren, sondern erfassen rein quantitativ die Scheidungen, die - hier haben wir die Zahlen aus 2004 - ausgesprochen wurden. Wie im Vorjahr ist festzuhalten, dass die Konstellation deutsche Frau und ausländischer Mann öfter geschieden wurde als die Konstellation deutscher Mann und ausländische Frau. Zwar ist nicht zu erkennen, welcher Teil des Paares die Scheidung begehrte, da aber bisherige Untersuchungen deutscher Paare eine größere Bereitschaft zur Trennung und Scheidung den Frauen zusprach, dürfte auch dies deutsch-ausländischen Paaren unterstellt werden.
Scheidungen 2004 | 213.691 | 100 % |
dtsch./dtsch. | 176.758 | 82,7 % |
beide Ehepartner ausld. | 9.263 | 4,3 % |
Deutsch-ausländische | 27.670 | 12,9 % |
Frau dtsch./Mann ausld. | 16.243 | 7,6 % |
Mann dtsch./Frau ausld. | 11.427 | 5,3 % |