IAF Verband binationaler Familien und Partnerschaften

newsletter nr. 13 - Mai 2013

Liebe Newsletter-Abonnent/innen,

heute erreicht Sie unser Mai-Newsletter - mit Informationen aus unseren Arbeitsfeldern und den politischen Debatten. Wir wünschen eine anregende Lektüre! 

fachtagung familien in migration - migration in familien

Am 19. April 2013 hatte der Verband in Frankfurt/Main zu der Fachtagung "Familien in Migration - Migration in Familien" eingeladen. Frau Dr. Kyoko Shinozaki, Universität Bochum, leitete die Fachtagung mit ihrem Vortrag zu Familien in Migration ein. Ergänzt wurde ihr Blick auf Migrationserfahrungen und -auswirkungen von dem Vortrag von Dr. Anja Stichs, BAMF-Nürnberg. Sie stellte das Setting der aktuell in Bearbeitung stehenden Studie zur "Heiratsmigration nach Deutschland" vor. Die Ergebnisse der Studie werden ab 2014 veröffentlicht werden.

In anschliessenden Diskussionsrunden konnten die Teilnehmer der Fachtagung ihre Erfahrungen und Anregungen ergänzen und diskutieren. Die Zusammenfassung der erarbeiteten Ergebnisse war beeindruckend. Die Dokumentation der Fachtagung wird Mitte des Jahres in unserer Verbandszeitschrift iaf-informationen veröffentlicht.

neuer Bundesvorstand für den verband binationaler familien und partnerschaften

Am 20. April 2013 hat die Delegiertenversammlung des Verbandes einen neuen Bundesvorstand gewählt. In den nächsten zwei Jahren werden Angela Rother-El-Lakkis (Vorsitzende), Bärbel Sánchez Corneaux (Stellvertretende Vorsitzende), Sidonie Fernau und John Kannamkulam dem Verband vorstehen.

Wir wünschen dem neuen Bundesvorstand einen guten Einstieg und freuen uns auf dessen Mitwirken! Mehr zum Bundesvorstand finden Sie auf unserer Website www.verband-binationaler.de/bundesvorstand

elternunterstützung in europa

Eurofound hat einen Bericht vorgelegt, der einen Überblick über die Angebote in den EU-Mitgliedstaaten sowie ausführliche Daten zu sieben Staaten, nämlich Österreich, Belgien, Estland, Ungarn, Irland, Portugal und Schweden bietet. 

In diesen Staaten der EU können Eltern auf verschiedene Unterstützungsmaßnahmen zurückgreifen, wie z.B. Elternkurse, aufsuchende Hilfsangebote oder auch medizinische Leistungen, die betrachtet werden. Ergänzend werden politische Handlungsempfehlungen ausgesprochen, die von den Ergebnissen abgeleitet sind.

undefinedDownload der deutschen Zusammenfassung zum Bericht

unterschriftenaktion von terre des femmes

Terre des Femmes fordert in einer Petition das Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution. Derzeit werden Frauen, die sich aus der Zwangsprostitution befreien konnten, rechtlich als illegal eingereiste Ausländerinnen behandelt. Nur wenn sie gegen die Täter aussagen, dürfen sie unter Umständen während des Strafverfahrens in Deutschland bleiben. Obwohl sie sich durch die Aussage einem hohen persönlichen Risiko aussetzen, werden sie nach Beendigung des Verfahrens, in der Regel ohne eine finanzielle Entschädigung zu erhalten, abgeschoben.

Bis zum 6. April 2013 hätte Deutschland die EU-Richtlinie zur Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer umsetzen müssen. Bedauerlicherweise hat die Bundesregierung diese Frist verstreichen lassen. Dies ist aus menschenrechtlicher Perspektive absolut kritikwürdig, geht es doch um den Schutz der Opfer und um eine Verbesserung der derzeit unzumutbaren Rechtssituation der Betroffenen.

Ziel der Petition von TERRE DES FEMMES ist es, bis Ende April 25 000 Unterschriften zu sammeln und diese an das Bundesministerium des Inneren zu übergeben. Der Verband unterstützt diese Unterschriftenaktion nachdrücklich.

undefinedLink zur Unterzeichnung

zweiter Bericht zum Integrationsmonitoring der länder 2011

Ende März 2013 wurde der "Zweite Bericht zum Integrationsmonitoring der Länder 2011" herausgebracht. Der Bericht enthält wie auch der erste Bericht zu den Jahren 2005 - 2009 (veröffentlicht Februar 2011) grundsätzliche Daten und Auswertungen über verschiedene relevante Handlungsfelder der Integrationspolitik, wie z.B. Betreuungsquote von Kindern im Alter von 3 bis unter 6 Jahren oder die Einbürgerungsquote.

Obwohl die Daten noch von 2011 stammen, bietet der Bericht eine nützliche Zusammenfassung der Entwicklung der Integrationspolitik auf Länderbene.

undefinedDownload des Berichts

undefinedDownload des Datenteils

studie zur sozioökonomischen struktur und arbeitsmarktintegration von neuzuwanderern

Die Ergebnisse eines gemeinsamen Forschungsprojektes des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) und des Statistischen Bundesamtes erfordern ein neues Bild der Migration. Der Forschungsfokus liegt auf der sozioökonomischen Struktur und Arbeitsmarktintegration von Neuzuwanderern aus Drittstaaten in Deutschland, die sich grundlegend geändert hätte.

Die Studie kommt aufgrund der Auswertung der Daten des Mikrozensus der letzten 16 Jahre zu dem Ergebnis, dass sich Zuwanderer aus Drittstaaten immer schneller in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren und im Schnitt höher gebildet und deutlich jünger sind als die deutsche Bevölkerung. So verfügen zwischenzeitlich 41 % der Neuzuwanderer aus Nicht-EU-Ländern über einen tertiären Bildungsabschluss, wie z.B. einen Hochschulabschluss, und mehr als jeder dritte Zuwanderer, der 2010 und 2011 aus einem Nicht-EU-Land nach Deutschland gekommen ist, hat spätestens nach zwölf Monaten eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Mitte der 1990er Jahre sei es nur jeder Sechste gewesen.

Der vollständige Bericht zum undefinedDownload

entscheidung des un-antirassismus-ausschusses zu sarrazin erfordert besseren schutz vor rassistischen äußerungen in Deutschland

Der Verband binationaler Familien und Partnershaften begrüßt die am 17.04.2013 veröffentlichte Entscheidung des UN-Antirassismus-Ausschusses. Dieser hat festgestellt, dass Deutschland seine Bevölkerung im Fall Thilo Sarrazin nicht ausreichend vor rassistischen Äußerungen geschützt hat. Gegenstand des Verfahrens war die Einstellung des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens gegen Sarrazin wegen seines Interviews in "Lettre International" im Herbst 2009. Das damalige Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank hatte sich in dem Interview verächtlich, herabwürdigend und verdinglichend über Menschen, insbesondere mit türkischem und arabischem Migrationshintergrund, geäußert.

Die Entscheidung des UN-Ausschusses geht auf eine Beschwerde des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg (TBB) zurück. Dieser und mehrere Einzelpersonen hatten nach Erscheinen des Interviews Strafanzeige wegen Volksverhetzung (§ 130 Strafgesetzbuch) und Beleidigung (§ 185 Strafgesetzbuch) gestellt. Das Ermittlungsverfahren gegen Sarrazin wurde eingestellt, zu einer strafrechtlichen Anklage kam es daher nicht. Daraufhin hatte der TBB eine Beschwerde beim UN-Antirassismus-Ausschuss eingereicht.

Stellungnahme des Deutschen Instituts für Menschenrechte im Verfahren vor dem UN-Anti-Rassismus-Ausschuss Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg e.V. gegen Deutschland:

Link: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/themen/schutz-vor-rassismus/schwerpunkte/icerd.html

Entscheidung des UN-Antirassismus-Ausschuss, 4. April 2013: http://www2.ohchr.org/english/bodies/cerd/jurisprudence.htm

neuer report der amadeu antonio stiftung - rassismus und deutsche sicherheitsorgane

Am 10. April 2013 veröffentlichte die Amadeu Antonio Stiftung ihren neuen Report "Staatsversagen. Wie Engagierte gegen Rechtsextremismus im Stich gelassen werden. Ein Report aus Westdeutschland". In diesem Report wird der Umgang der Sicherheitsorgane mit den Nazis beleuchtet. In der Broschüre wird auch der Umgang der Wuppertaler Polizei und Justiz mit den örtlichen Nazis aufgearbeitet.

Link zum Report: http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/staatsversagen.pdf

Lektüretipp

Sozialraumorientierung und Interkulturalität in der sozialen Arbeit. Hrsg: Günther Schultze, Talibe Süzen. WISO DISKURS, Heft April 2013.

undefinedDownload der Broschüre

termine/veranstaltungen

Fachkongress Familienforschung Zukunft der Familie - Anforderungen an Familienpolitik und Familienwissenschaft

6. bis 8. Juni 2013

Veranstaltungsort: Konzert- und Kongresshalle Bamberg, Hegelsaal

Teilnahmegebühr: 120,- €

undefinedKongressflyer als Download

Kongressregistrierung: online auf www.familyscience.eu

zu guter letzt...

"Ich habe einen Traum, dass meine vier Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird.“

Martin Luther King jr., Rede vor dem Lincoln Memorial in Washington, 28. August 1963

Auch 50 Jahre später ist dieser Traum noch nicht überall erfüllt. Lassen Sie uns in seinem Gedächtnis unseren Beitrag dazu leisten, dass dieser Traum Wirklichkeit wird.

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