14.01.2016

Daniel Bax: Angst ums Abendland


„Haben Sie auch Angst vor dem Islam? Wenn ja, dann sind Sie nicht alleine. Mehr als jeder Zweite in Deutschland empfindet den Islam als bedrohlich.“ Mit diesen Sätzen beginnen die Ausführungen des Autors und machen neugierig auf Mehr. Daniel Bax spricht die vielfältigen Ängste an, die Menschen in Deutschland haben, setzt sich mit verschiedenen Ereignissen auseinander, in denen der Islam allgemein als Bedrohung hiesiger Werte wahrgenommen wurde wie z.B. die Erlebnisse von Betty Mahmoody, der 11. Sept. 2001 oder die mediale Vermarktung der Erfahrungen von Necla Kelek, Ayaan Hirsi Ali, Hamed Abdel-Samad. Bax räumt auf und sortiert. Er macht deutlich, wie durch Verallgemeinerungen das Misstrauen gegen die Mehrheit der Muslime geschürt wird, wie Rechtspopulisten davon profitieren – erinnert sei an die Internetplattform „Politically Incorrect“  oder an die „Pro“-Bewegungen – und wie kurz dabei der Weg zu Gewalttätigkeiten ist. Es ist kein deutsches Phänomen, sondern in vielen anderen Ländern anzutreffen. Die Recherchen des Autors sind detailliert, zeigen internationale Zusammenhänge auf und machen eines sehr sichtbar: die größte Angst sollten wir vor den Islamfeinden haben. Sie bedrohen die europäischen Werte. Sie bedrohen Menschenrechte und Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit. Diese Werte bilden den Rahmen, in dem sich Vielfalt gut entfalten kann – und für diese Werte steht dieses Buch, ein Buch, das aktueller nicht sein kann und total gut die heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen skizziert.

Westend Verlag, Frankfurt/Main, 2015